Cover in groß "Die deutsche Stimme der jungen Freiheit"
Helmut Kellershohn (Hg.)

Die deutsche Stimme der jungen Freiheit


ISBN: 978-389771-752-7
Ausstattung: br., ca. 250 Seiten
Preis: ca. 24 Euro
Erscheint voraussichtlich September 2012

Edition Diss Band: 23

In den letzten Jahren sind diverse Untersuchungen zum Mediennetz der extremen Rechten wie auch zu einzelnen Publikationsorganen erschienen.

Gleichwohl gibt es bislang keine vergleichende Untersuchung zu den beiden wichtigsten Leitorganen der extremen Rechten, der »Jungen Freiheit« und der »Deutschen Stimme«.
Beide Zeitungen repräsentieren unterschiedliche Strömungen, die unterschiedliche strategische Optionen verfolgen: die Wochenzeitung »Junge Freiheit« das jungkonservative Lager, das weitgehend kultur- und staatskritisch argumentiert, auf die ideologische Umorientierung der Eliten zu Gunsten eines autoritären Etatismus im Geiste Carl Schmitts zielt und – zum Teil zumindest – rechtspopulistische Parteiansätze unterstützt; das monatlich erscheinende Parteiorgan der NPD, die »Deutschen Stimme«, versteht sich dagegen als Sprachrohr einer fundamentalen »Systemopposition von Rechts« und greift auf ein breites Spektrum von nationalkonservativen, nationalrevolutionären sowie nationalsozialistischen Ideen zurück. Das DISS hat seit Beginn seines Bestehens die Medienlandschaft der extremen Rechten mit diskurs- und ideologietheoretischen Untersuchungen erforscht. Erwähnt seien »Rechtsdruck. Die Presse der Neuen Rechten« und mehrere Untersuchungen zur »Jungen Freiheit«.
Das vorliegende Buch geht der Frage nach, inwieweit trotz unterschiedlicher strategischer Optionen strömungsübergreifend ideologische Gemeinsamkeiten feststellbar sind, die es erlauben, von einem Grundbestand völkisch-nationalistischer Kernideologeme zu sprechen.
Dieser Fragestellung liegt die These zugrunde, dass es tatsächlich diese Gemeinsamkeiten gibt, die aber in unterschiedlicher Weise artikuliert werden; dass also in den beiden untersuchten Leitorganen, den jeweiligen strategischen Optionen entsprechend, unterschiedliche Lesarten des völkischen Nationalismus identifizierbar sind.

Themenfelder und Autor_innen
Diese differierenden Lesarten werden in dem vorliegenden Buch anhand ausgewählter Themenkomplexe von MitarbeiterInnen des DISS bearbeitet: Geschichtspolitik (Lenard Suermann), Migration und Multikulturalismus (Michael Lausberg), Antisemitismus (Regina Wamper), Christentum/Neuheidentum (Martin Dietzsch), Gender Mainstreaming (Mareike Stickdorn/Hannah Neumann), Militarismus/Männerbild (Frank Lattrich), Außenpolitik (Mark Haarfeldt), Autoritärer Etatismus (Giesbert Hunold), Haltung zur Linken (Hans-Peter Brodersen).

Aus der Rubrik: Edition DISS