
Der Band umfasst eingehende Analysen antisemitischer Positionierungen auf den Diskursebenen der Medien, der Politik, der Wissenschaft, der Religion und des Alltags. Thematisiert wird die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und dessen gegenwärtige Wiederbelebung im Islamismus. Einen Schwerpunkt bildet die jüdische Perspektive auf das Phänomen des Antisemitismus und auf ihr Gegenprogramm der gerechten Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird die Flüchtlingspolitik der Gegenwart betrachtet. Dies geschieht anlässlich des 70. Jahrestages der Konferenz von Evian und deren Umgang mit jüdischen Flüchtlingen (1938).
Aus dem Inhalt Einleitung
Teil I
Historische Analysen
Kurt LenkDie Geburt des modernen politischen Antisemitismus
Gregor Hufenreuter & Uwe PuschnerAntisemitismus und völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich
Teil II
Jüdische Perspektiven
Jobst PaulDie christliche Übertrumpfung des Judentums als Paradigma der
Ausgrenzung. Deutsch-jüdische Analysen zum Syndrom der
Judenfeindschaft
Andreas DisselnkötterDie Bedeutung jüdischer Medien bei der Bekämpfung von Antisemitismus
Yves Kugelmann im Gespräch mit Jobst Paul»›Antisemitismus‹ ist für uns Pflicht und nicht Kür im redaktionellen Alltag«
Siegfried JägerDie jüdische Vorstellung einer »gerechten Gesellschaft« zwischen religiös
begründeter und profaner Ethik. Eine diskurstheoretische Spurensuche 81
Aktuelle Analysen
Teil III
Aktuelle Analysen
Moshe ZuckermannVerdinglichte Sühne. Von Interessen und Befindlichkeiten.
Anmerkungen zu den deutsch-israelischen Beziehungen
Klaus HolzDie Paradoxie der Normalisierung. Drei Gegensatzpaare des
Antisemitismus vor und nach Auschwitz
Regina WamperAntisemitismus und Antijudaismus in Diskursen der Rechten.
Brüche und Kontinuitäten
Jochen Müller»Warum ist alles so ungerecht?« Antisemitismus und Israelhass bei
Jugendlichen. Die Rolle des Nahostkonflikts und Optionen der
pädagogischen Intervention
Heiko KauffmannVon Evian nach Brüssel. Menschenrechte und Flüchtlingsschutz
70 Jahre nach der Konferenz von Evian
Über die Autorinnen